Wer heute durch Brandenburg reist, um seine Dörfer, Seen, Wälder, Schlösser, Parks, Kirchen oder auch Gasthäuser zu besuchen, begegnet allerorten dem Autor Theodor Fontane (1819-1898). Seine Spurensuche in Brandenburg hat dem Land einen prägenden Stempel aufgedrückt, und tief sind die Spuren, die er selbst hier hinterlassen hat.

Fontane nimmt den Leser mit auf seine Erkundungsfahrten durch Brandenburg, und die Ausstellung folgt dem Reisenden. Sie lässt den Besucher dabei zusehen, wie aus unterschiedlichsten Informationen Bilder und Geschichten über Brandenburg entstehen: Wie bereitete sich Fontane auf seine Fahrten vor? Wie reiste er? Mit wem hat er gesprochen? Wer hat ihn begleitet? Was hat er gesehen und was gelesen? Die Schau gibt einen Einblick in Fontanes Schreibwerkstatt und zeigt ihn dabei, wie er vor Ort Material sammelt, es in seinen Texten effektvoll arrangiert und über fast vier Jahrzehnte immer wieder bearbeitet. Fontane kommt den Besuchern nahe: als Reisender, als Geschichtensammler und Arrangeur, als Erzähler und als Texthandwerker bei der Arbeit an seiner „Liebeserweckung für das Ganze“ der Mark Brandenburg.

Als Fontane in Brandenburg reiste, war sein Interesse an der vermeintlich reizlosen Heimat noch erklärungsbedürftig. Daher stellte er dem ersten Band seiner Wanderungen durch die Mark Brandenburg eine Gebrauchsanweisung voran: „Ob du reisen sollst, so fragst du, reisen in der Mark? Die Antwort auf diese Frage ist nicht eben leicht.“ Sein zögerliches „Ja“ ist ein „Ja“ unter Vorbedingungen: Der Reisende müsse „Liebe zu Land und Leuten“, einen Sinn für das Nicht-Spektakuläre sowie Geschichtskenntnis mitbringen, dürfe aber nicht auf Komfort hoffen. Doch am Ende belohne ihn das Erlebnis einer lebendigen Geschichtslandschaft: „Statt der Nachschlagebuchs- und Allerweltsgeschichten werden Sagen und Legenden und hier und da selbst die Bruchstücke verklungener Lieder zu dir sprechen. Das Beste aber, dem du begegnen wirst, das werden die Menschen sein.“ Aus seinen Begegnungen mit Menschen, aus Landschaftseindrücken, Besichtigungen von Kulturdenkmälern und Kunstsammlungen, aus Memoiren, Anekdoten, Sagen, Kirchenbüchern und Adelschroniken setzt Fontane ein Bild von Brandenburg zusammen, das noch heute präsent und identitätsstiftend ist.
Kuratorin der Ausstellung ist die Literaturwissenschaftlerin und freie Kuratorin Dr. Christiane Barz.

Theodor Fontane als Wanderer in der Mark, Karikatur von August von Heyden, 1860er Jahre; in: Theodor Fontanes engere Welt. Aus dem Nachlss herausgegeben von Mario Krammer, Berlin 1920

Laufzeit
»fontane.200/Brandenburg – Bilder und Geschichten«

7. Juni bis 30. Dezember 2019

Öffnungszeiten
Dienstag bis Donnerstag 10 bis 17 Uhr
Freitag bis Sonntag und feiertags 10 bis 18 Uhr

Eintritt
Einzelticket:  7 €
Ermäßigt: 5 €
Gruppenkarte: 5 €
(ab 10 Personen)

Führung: 60 € zzgl. 5 € p.P. (Eintritt Gruppenkarte)
(bis max. 15 Personen)

Besucheradresse
Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
Kutschstall  |  Am Neuen Markt 9
14467 Potsdam

Informationen und Besucherservice
T.  +49 (0)331/620 85 50
kasse@gesellschaft-kultur-geschichte.de

Weitere Informationen finden Sie auch auf der Webseite des HBPG:
www.hbpg.de

Foto Hagen Immel. © BKG

 

 

 

Das Programm 

Zur Ausstellung in Potsdam fontane.200/Bilder und Geschichten wird es ebenfalls ein ausführliches und interessantes Begleitprogramm geben. Dieses wird hier zu gegebenen Zeitpunkt ergänzt.

https://www.hbpg.de/veranstaltungen/alle-veranstaltungen.html